#8 Wie Inklusion im Arbeitsleben gelingen kann – Ein Besuch bei der IWL
Shownotes
Wie gelingt Inklusion im Arbeitsleben ganz konkret? Für diese Folge war Marlen Bruckner bei der IWL in Landsberg am Lech zu Gast und hat mit Menschen gesprochen, die genau daran jeden Tag arbeiten — und die ihre eigenen Erfahrungen damit gemacht haben.
Mit Mandy Wedlich spricht sie über die IWL, über den Umgang mit Menschen mit Behinderung und darüber, wie sich Berührungsängste abbauen lassen. Herr Lips erzählt von seinem ganz persönlichen Weg in den Beruf und davon, wie er den Schritt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt geschafft hat. Und Norbert Dollinger gibt Einblicke in das Projekt „Freunde finden Wege“, das neue Chancen auf Ausbildung und Teilhabe eröffnet.
Eine Folge über Mut, Entwicklung, Unterstützung — und über die Frage, was eine inklusive Gesellschaft wirklich braucht.
Du willst mehr erfahren? Dann klicke hier: https://www.iwl-ggmbh.de/
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Musik: Free Music Archive / Sense - Sergey Cheremisinov Diese Podcastfolge entstand in bezahlter Zusammenarbeit mit der IWL.
Transkript anzeigen
00:00:01: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge.
00:00:03: Ich bin Marlene Bruckner, heute bin ich in Landsberg am Lecht bei der IWL – eine Werkstätte für Menschen mit Behinderung.
00:00:10: Schon beim Ankommen ist mir aufgefallen wie groß und weitläufig das Gelände hier ist!
00:00:15: Ich werde durch die Kantine in den Raum geführt indem wir diese Folge heraufnehmen.
00:00:20: ja und auf dem Weg dorthin begegnen mir überall Menschen die herarbeiten total freundlich grüßen neugierig schauen und sofort eine offene sehr herzliche Atmosphäre schaffen.
00:00:30: Die Stimmung hier ist gut, das merkt man.
00:00:32: Der Umgang miteinander ist sehr freundlich zugewandt und ja ganz selbstverständlich!
00:00:37: In dieser Folge spreche ich mit gleich drei Gästen.
00:00:40: zuerst mit Mandy Wedlich von der IWL.
00:00:42: Mit ihr geht es zuerst ganz allgemein um die Arbeit der Werkstätte, um Inklusionen und um die Frage wie Begegnungen auf Augenhöhe gelingen kann.
00:00:51: Außerdem spreche Ich mit Michael Lips, der selbst in der Werkstedte gearbeitet hat und den Schritt auf den Allgemeinen Arbeitsmarkt geschafft hat.
00:00:58: Heute arbeitet er als Friedhofsgärtner und erzählt ganz schön, wie er diesen Weg geschafft hat.
00:01:03: Und ich spreche mit Norbert Dollinger, der das Projekt Freunde finden Wege betreut – ein Projekt, das neue Wege in Richtung Ausbildung- und Arbeitsmarkter öffnet!
00:01:12: Wir haben uns für dieses Gespräch alle auf das Duo geeinigt, denn das ist hier auch einfach die gängige Umgangsform und macht alles leichter und damit starten wir direkt ins Interview.
00:01:25: Ja, und heute sitzen mir gleich drei Gäste gegenüber.
00:01:28: Und wir starten mal mit einem nach dem anderen.
00:01:30: nehme ich jetzt erstmal mit der Mandy.
00:01:33: Mandy wehtlich!
00:01:34: Ich freue mich wenn du dich einmal selber kurz vorstellst.
00:01:37: das ist immer ganz schön wenn die Leute selber erzählen was sie machen woher sie kommen.
00:01:41: wie kommst du zu IWL?
00:01:42: seit wann bist du da?
00:01:45: Was is deine Berufung?
00:01:47: Genau, also sehr gerne.
00:01:48: Mein Name ist Mandy Weedlich.
00:01:49: ich bin seit sieben in der IWL hab ursprünglich Erziehungswissenschaften studiert mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik und soziale Arbeit und habe ganz klassisch im Begleitenden Dienst angefangen war da in der Werkstatt tätig und hat dann viele Jahre lang die gastronomischen Projekte der I WL die Event Casinos betreut und bin dann nach meiner dritten Elternzeit Betriebsleitung in der Anhörfstraße in München geworden.
00:02:18: Und ich bin jetzt seit Jahrzehnte, Geschäftsbereichsleitung Teilhabe und Qualifizierung und in dem Zuge für die gesamte IWL mit zuständig.
00:02:27: Wunderbar!
00:02:28: Vielleicht kannst du mal für die Hörerinnen einen kurzen Abriss geben.
00:02:32: was ist denn die EWL?
00:02:33: Ihr seid seit fünfzig Jahren jetzt schon da ihr habt Geburtstag dieses Jahr einfach mal freiraus erzählen runter vorstellen kann.
00:02:41: Genau, also die IWL ist eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung speziell für Menschen with Kognitiver oder psychischer Behinderungen.
00:02:49: wir haben Angebote im Raum Landsberg, Raum Martelfingen und in München.
00:02:56: Wir haben dann sehr vielfältiges Angebot.
00:02:58: das reicht von klassischen Produktionsarbeitsplätzen über Arbeitsplätze in der Dienstleistung bis hin zu Arbeitsplätzen in Büroverwaltung breit gefächert und wir versuchen da einfach viele interessante Arbeitsplätze für möglichst großen Interessenkreis zu finden.
00:03:19: Und jetzt hast du es gerade schon angesprochen, also was ist denn jetzt eigentlich der Unterschied zwischen einer psychischen Behinderung und einer kognitiven
00:03:26: Behinderungen?
00:03:26: Also Menschen mit einer kognitiven Behinderung, kann man sagen sind Menschen die Lernschwierigkeiten haben oder eben eine Einschränkung, die in Zusammenhang mit der Intelligenz steht.
00:03:38: Das heißt sie haben manchmal Schwierigkeiten zum Rechnen zu lesen, zu schreiben sich auszudrücken und brauchen da einfach nochmal eine andere Unterstützung oder andere Hilfsmittel als jemand ohne Einschrankungen.
00:03:50: Und eine psychische Behinderung?
00:03:52: Genau, psychische Behinderungen ist auch ein sehr breit gefächerter Personenkreis.
00:03:57: Also das kann jemand sein der eine Depression hat, die eine Persönlichkeitsstörung hat.
00:04:04: der eine schizophrene Erkrankung hat.
00:04:06: Also äußert sich auch sehr, sehr unterschiedlich geht im Prinzip über alle Lebensalter hinweg und auch von den Biografien her sehr unterschiedliche.
00:04:15: es gibt Menschen die erkranken relativ früh an der psychischen Erkranke gibt aber auch Menschen die erst zu einem späteren Zeitpunkt erkrinken erstmal eine Erwerbsbiographie verfolgen und dann eben einen Zustand kommen wo sie mehr Unterstützung benötigen.
00:04:29: Mhm.
00:04:30: Und die EWL vereint beides sozusagen, also man kann jetzt zu ihnen kommen wenn man vielleicht das Down-Syndrom hat aber eben auch wenn man eine psychische Krankung erst entwickelt hat, wenn man schon älter ist oder wer kann alles...
00:04:42: Also theoretisch kann man ab achtzehn bis zum Eintritt ins Rentenalter bei uns sein.
00:04:49: es läuft in der Regel so ab dass man sich an einer unserer Mitarbeiterinnen wendet die erst mal sozusagen die Daten erhebt, die so ein Stück weit die Interessen abfragt und dann einfach auch je nach sozusagen Wohnortsituation das passende Angebot sucht.
00:05:05: Und dann machen wir es in der Regel so dass man mal zu einer Betriebsbesichtigung vorbeikommt, dass man vielleicht auch mal einen Hospitationstag macht also dass man sich einfach einen persönlichen Eindruck macht.
00:05:15: beim Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen ist es auch oftmals so, dass sie während des Schulzeiten Praktikum bei uns absolvieren können.
00:05:21: Also da gibt's ganz ganz unterschiedlich.
00:05:24: Was würdest du denn jetzt sagen?
00:05:25: Du arbeitest einen ganzen Tag mit Menschen mit Behinderung.
00:05:29: Für dich ist es wahrscheinlich schon was ganz Normales, für viele Menschen nicht wenn sie auf der Straße oder durch Freunde oder durch Familie auf Menschen mit Behinderungen treffen oder eben auch in der Schule.
00:05:40: also bei mir war das damals so.
00:05:42: wir hatten eine Inklusionsklasse Und die war immer dabei, aber wir wurden... Die anderen Klassen wurden gar nicht so richtig aufgeklärt was in dieser Inklusionsklasse passiert oder welche Menschen da drin sind.
00:05:52: Für uns war das immer sehr befremdlich.
00:05:54: dann wenn wir alle zusammen am Schulhof gespielt haben und Menschen oder Kinder mit Behinderung auf uns zukamen, uns umarmt haben, uns gedrückt haben und wir die aber nicht kannten und dann gedacht haben wie.
00:06:05: ich weiß jetzt gar nicht wie ich umgehen soll?
00:06:07: Mir persönlich hat da ein bisschen die Aufklärung gefehlt weil ich hätte schön gefunden im Nachhinein wenn die Schule komplett sich mal hingesetzt hat, zu jedem Schulanfang und gesagt hat übrigens eine Inklusionsklasse.
00:06:17: Und so ist das usw.
00:06:20: Wie soll man denn damit umgehen wenn man jetzt auf einen Mensch mit Behinderung trifft?
00:06:24: Und wie kann man Hemmungen vielleicht auch abbauen?
00:06:29: Im ersten ist es erst mal wichtig, die Menschen als solchen anzuerkennen.
00:06:33: Unabhängig vom Behinderungsbild.
00:06:36: Wenn ich z.B.
00:06:36: jemanden im Fahrstuhl treffe, gehe ich ganz normal in Kontakt und spreche übers Wetter oder was auch immer ... Ich denke so im Verlaufe des Gesprächs merkt man ja in der Regel vielleicht, welche Informationen kommen nicht gut an?
00:06:49: Wo muss man noch ein bisschen mehr erklären?
00:06:52: Oftmals ist es aber auch so, dass es gerade bei einem kurzen ... Fahrstuhltalk gar nicht auffällig wird, ob jemand eine Behinderung hat oder nicht.
00:07:01: Also das ist nicht immer im ersten sozusagen Moment erkennbar
00:07:04: und das wording ist auch bei haben wir gesagt auch im Vorgespräch es heißt Menschen mit Behinderungen.
00:07:10: ich finde das ganz schön weil du hast es ganz schön erklärt warum man das am besten so sagen soll.
00:07:15: Genau, also weil für uns steht einfach der Mensch im Vordergrund und sozusagen die Einschränkung oder Behinderung ist ein Begleitumstand auf den wir sozusagen als professioneller Anbieter reagieren.
00:07:25: Aber an sich geht es um den Menschen, um seine Interessen, um ihre Bedürfnisse und das was er
00:07:30: braucht.".
00:07:31: Und das ist ja auch das, was ihr macht ne?
00:07:33: Also schaut euch ja jeden individuell an und schaut wo kann der oder diejenige arbeiten?
00:07:38: Wo sind die Talente?
00:07:39: Ist es manchmal schwierig oder ist es immer schon relativ schnell zu
00:07:42: sehen?".
00:07:43: Das ist sehr unterschiedlich.
00:07:44: Also manchmal haben wir relativ schnell ein klares Bild und derjenige kann vielleicht auch sehr klar äußern, was er möchte.
00:07:50: Es gibt aber genauso auch Menschen die zu uns kommen, die erst mal noch gar keine richtige Idee haben.
00:07:55: Was spricht sie an?
00:07:56: Was spricht sich nicht an?
00:07:57: wo?
00:07:57: wie dann einfach ganz viel ausprobieren miteinander verschiedene Arbeitsbereiche uns anschauen verschiedene Tätigkeiten ausprobiert.
00:08:04: Manchmal braucht es dann einfach an bestimmten Stellen auch einen Hilfsmittel zum Beispiel eine Vorrichtung oder so damit man den Auftrag ausfüllen kann Also eine Arbeit auch möglich wird.
00:08:17: Und wir versuchen das immer sehr auch sozusagen auf die Bedürfnisse des Menschen abzustellen, manchmal ... bedeutet es aber auch, dass man Erwartungen enttäuschen muss.
00:08:31: Aber in der Regel versuchen wir immer zuerst Wege zu finden wie wir einen Wunsch auch möglich machen können.
00:08:37: also wenn jemand jetzt zum Beispiel eine Gastronomie arbeiten möchte das wird dann einfach doch Trainings durch entsprechende Ansprechpartner etc.
00:08:45: so viel Sicherheit vermitteln das derjenige vielleicht auch im Kundenkontakt sozusagen tätig sein
00:08:51: kann
00:08:52: und das nicht im ersten abwehren, weil es sich vielleicht schwer tut mit Menschen ins Gespräch zu kommen.
00:08:56: Jetzt
00:08:56: machst du das ja den ganzen Tag?
00:08:58: Wie kann denn jemand der jetzt nicht mit Menschen mit Behinderung arbeitet etwas für die Inklusion
00:09:03: tun?
00:09:04: Also da würde ich jetzt sagen, erst mal mit offenen Augen und offenen Herzen durch die Straßen laufen.
00:09:10: Sich nicht scheuen Menschen auch anzusprechen ohne jetzt zu direkt oder zu offensiv umzugehen.
00:09:17: also im ersten würde ich immer sagen erstmal ganz normal wie ich jetzt halt mit meinen Mitmenschen in Kontakt gehe auch mit Menschen mit Behinderungen in Kontakt gehen.
00:09:24: Und die Erfahrung die ich habe ist auch die das Mensch mit Behinnerung auch relativ eindeutig sagen kann oder rückmerden kann möchte er diese Kontaktaufnahme
00:09:34: Was ja eigentlich erstmal ganz schön ist, weil es bekommt man ja auch immer nicht gleich gespiegelt ob das jetzt gerade so in Ordnung ist wie man es macht oder nicht.
00:09:41: Was bedeutet ein Teilhabe für dich ganz persönlich?
00:09:44: Also Teilhabel bedeutet für mich gemeinsam... ein Ziel zu finden, den sozusagen die Wegstrecke zu planen und ein Stück des Weges miteinander zu gehen.
00:09:55: Vielleicht dann auch nochmal zu gucken wo gibt es noch Abzweigungen?
00:09:58: Wo muss ich vielleicht auch einen Umweg gehen um mein Ziel zu erreichen?
00:10:02: aber grundsätzlich geht's bei dem Begriff Teilhabe für mich darum, möglichst wenig Einschränkungen und viel, viel Chancen für jemandem zu ermöglichen.
00:10:13: Hast
00:10:13: du denn so einen kleinen Moment den du teilen kannst?
00:10:16: Den du besonders schön fandest in deiner Arbeit in den letzten Jahren und der dir immer mal wieder ins Gedächtnis kommt?
00:10:23: Also zum Einen gibt es da die Menschen, die den Weg aus der Werkstatt nehmen also die nach einer bestimmten Qualifizierungsphase ein Platz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt finden.
00:10:36: Zum anderen finde ich aber auch immer die Menschen besonders interessant, dies schaffen, die Werkstatt ein Stück weit als Zwischenstation zu nutzen also sich da vielleicht auch noch mal klarer zu werden was möchte ich nicht und auch nochmal für sich dann vielleicht andere Angebote finden oder Möglichkeiten.
00:10:57: Und als drittes würde ich gerne auch noch die Menschen erwähnen, die einfach in der Werkstadt Wunscharbeitsplatz finden, weil das ist ja oftmals auch so dass Menschen zu uns kommen und sagen ich fühle mich hier wirklich so wertgeschätzt.
00:11:15: gut begleitet, dass ich nicht nach außen gehen möchte.
00:11:19: und besonders berühren fand ich jetzt in den letzten Monaten einfach zwei drei Situationen wo Menschen mit Behinderung die langjährig in der IWL waren in den Ruhestand gegangen sind.
00:11:29: Und in dem Zusammenhang auch nochmal einfach deutlich wurde wie wichtig diese Arbeitsplatz und die persönlichen Bezüge sind, die innerhalb der I WL entstehen können?
00:11:40: Sehr sehr schön.
00:11:41: Vielen lieben Dank, wir machen gleich weiter mit den Michaelips.
00:11:45: Du bist nämlich jemand der genau das gemacht hat was die Mandy gerade erzählt hat.
00:11:50: Nämlich du hast die Werkstatt verlassen und bist ins Arbeitsleben richtig reingekommen.
00:11:56: Du bist Friedhofsgärtner Und ich finde es ja jetzt super spannend wenn du uns einfach mal erzählst wer bist du?
00:12:02: Was machst du?
00:12:02: Und vor allem wie war denn dein Weg bei der IWL?
00:12:05: Aber fangen wir doch erstmal an mit einer kleinen Vorstellung.
00:12:08: Also ich bin der Michaelips Ich bin vierundvierzig Jahre, komme aus Buchlöhe.
00:12:12: Und ab dem Jahr zweiundachzehn in der IWL angefahre ich eine Kraftseppe an die Straße.
00:12:16: Kannst du dich denn noch an deinen ersten Tag erinnern?
00:12:18: Ja, am ersten Tag kannte ich mich noch erinnerngen, war echt nervös auch weil ich die IWLA schon gekannt habe bei meinem Bruder auch hier arbeitet und da hat man es halt gekannt.
00:12:27: Ich war halt nervös, weil ich da auch krank war und hab einfach Stabilität gebraucht.
00:12:32: Die habe ich hier gefunden.
00:12:34: Ich habe die Anfangsjahr angeschaut.
00:12:36: Ich hab mich ja gleich wohl gefühlt Einfach gleich anfangen, war es bei mir holprig.
00:12:42: Es gebe ich zu.
00:12:42: Weil ich da öfters auch krank war.
00:12:44: Ich dachte das legt auf meine Krankheit was ich gehabt habe aber das ist dann immer besser geworden.
00:12:49: dann weil ich mich ja auch eingekliedert hab mit Leuten unterhalten habe und Das hat jeden Tag auch Spaß gemacht wieder herzukommen mein Arbeitsrythmus hier einzubringen meinen Alltag von sieben Uhr bis vier bis Vier hier zu sein und das hat halt Spaß gemacht
00:13:07: Kannst du erzählen, aber nur wenn du möchtest was denn bei dir war welche Krankheit du hattest oder wie es dich auch in deinem Alltag beeinträchtigt hat?
00:13:14: Also ich
00:13:14: hatte halt Depression.
00:13:16: Das ist halt einfach... Ich habe früher im Dreischichtbetrieb gearbeitet und das hat mich kaputt gemacht.
00:13:22: dann habe ich gemerkt, dass bei mir stimmt etwas nicht Und hab gesagt, ich muss jetzt was machen.
00:13:27: Bin ja zu Ärzten gegangen.
00:13:28: Ich habe das dann festgestellt.
00:13:30: Ich war auch in der Klinik in Landsberg Und dann habe ich mir gesagt, ich brauche Hilfe.
00:13:34: Da kann ich mich jetzt noch was suchen, wo ich wieder Stabilität bekomme und da hat man mehr Vorschläge, es soll in die EWL gehen.
00:13:41: Ich habe mir das angeschaut wie gesagt und das hat mir
00:13:44: gefallen.".
00:13:44: Du hast ja schon gesagt also unterschiedliche Bereiche erstmal gearbeitet von Biss?
00:13:48: Wie lief das denn ab?
00:13:49: Ich hab auch gelesen zuerst war du sollte ein Wechsel stattfinden und dann warst du nicht so glücklich?
00:13:54: Nein, ich war glücklich.
00:13:55: Ich war erst beim Eingangsverfahren beim Herr Lachner.
00:13:58: Das hat mal wieder alles gelernt, wie man Passmann halt nur drauf hat... Kartons machen oder Zaubermatte und Heizoboxen.
00:14:08: Das hat man auch gefallen, da habe ich durchgemacht im Eingangsverfahren.
00:14:13: Ich müsste in die Hauswirtschaft.
00:14:14: Erstmal habe ich mich darüber gestrickt, also nicht... Ich wollte nicht dahin, hab' ich gesagt, weil ich da schon gesagt habe was will jetzt der Mann in der Hauswirtschaft?
00:14:22: Habe ich gesagt nein!
00:14:23: Hab auch mit meinen Betreuer drüber geredet und dann gesagt, dann bleibe lieber daheim.
00:14:28: Okay.
00:14:28: Und dann habe ich gesagt das ist nichts für mich aber.. ...ich habe es danach ausprobiert und ich kann sagen Es hat mir dann auch gefallen.
00:14:36: Ich sage ich habe dann wieder Darstabilität gefunden.
00:14:39: ... Spaß an der Arbeit gefunden, selbstständig arbeiten
00:14:43: und ...
00:14:43: ... hinterher kann ich sagen es war doch gut.
00:14:46: Und was hast du da alles gemacht oder gelernt?
00:14:48: In der Auswirtschaft habe ich da gelernt Mittagessen kochen ... ... Brotzeit herzubereiten dann Essensausgabe... ...dann auch Kuchen machen wieder.
00:14:57: das war's jetzt immer noch gern mach'n ... ...und da hab ich dann auch das erste Mal wieder gemerkt ... ...ich hab wieder Anerkennung bekommen.
00:15:03: man sind Leute zu mir hergekommen in den Kuchen ... ...hast du super gemacht.
00:15:06: ja da wo ich dann aus erst mal die Anerkernung bekommen hab ... weinend davonklopfen bin, weil ich das nicht mehr gekannt habe.
00:15:12: Und da hab' ich das erste Mal bemerkt... ...ich tue was für mich und es war wieder Spaß.
00:15:18: Ab dem Zeitpunkt habe ich dann gemerkt... ...dann bin ich da wo ich jetzt angekommen
00:15:23: bin.".
00:15:23: Und du hast auch gemerkt, dass für meine ist das ein super Job?
00:15:27: Ja!
00:15:27: Das mache ich immer noch daheim.
00:15:30: Ich koche nach der Rezepte.
00:15:31: Was mir gehabt hat, habe ich noch dahiim alles.
00:15:34: Das habe ich jetzt weitergebracht, dass ich in der Koche auch meine Wohnung putze und was man da alles macht.
00:15:40: Es hat Spaß gemacht!
00:15:42: Und wann kam denn dann der Moment wo du dachtest dich will doch noch mal einen Schritt wagen?
00:15:46: Ich bin raus aus der Werkstatt und rein wieder an die eigene Stelle?
00:15:49: Ja das kam dann in irgendeinem Mitte wo ich mit zwei bis drei Jahren in den IWL war, wo ich dann gemerkt hab... wie Frau Bader in der Hauswirtschaft gemacht hat, dass ich auch selbstbewusst war.
00:15:59: Ich habe die Leute anleiten können.
00:16:01: Wenn sie traurig waren und wieder lächeln auf die Lippen zaubern können... ...ich hab mich da eingebracht wenn sie immer traurigt waren einfach im Hengkork.
00:16:09: was ist los?
00:16:10: Und da habe ich halt gemerkt, ich werde soweit.
00:16:13: Ich könnte versuchen nach draußen zu gehen.
00:16:15: Hab damit Sozialarbeiterinnen auch mit Frau Fischer geredet... ...und ihr dann auch gesagt wir können ein Praktikum machen.
00:16:21: Sie guckt was ich da machen kann Und dann hat man das halt dann soweit.
00:16:25: War ich in der Küche und dann ab November weiter mein Praktikum.
00:16:30: Und das Praktikum, da hast du die Gernerei kennengelernt?
00:16:34: Nee, war erst in der Stadt Buchlohe im Bauhof.
00:16:37: Eine Woche war ich eine Grünabteilung mit Madras mit Laubrecht... ...und die zweite, dritte Woche weiter auf dem Friedhof in Buchlohä wo ich das dann sehr viel Spaß gemacht habe.
00:16:47: Der mich auch betreut hat, der wollte mich dann sofort gleich da behalten und weil ich mal Arbeit super gemacht habe.
00:16:54: Und die muss sagen, was hat mir dann Spaß gemacht auch wieder zu sehen?
00:16:57: Ich kann es noch!
00:16:58: Ich hab mich da einfach anklamatisiert wieder.
00:17:03: Ich hatte mich in meiner Krankheit, wo ich Bock gekannt habe.
00:17:06: Aber ich kann damit umgehen.
00:17:08: Das hat mir jetzt Spaß gemacht.
00:17:10: Und wie war das für dich auch hier andere Menschen mit Behinderung kennenzulernen und die verschiedenen Facetten davon?
00:17:17: Also
00:17:17: mir hat es gar nichts ausgemacht, weil ich dann einfach gemerkt habe.
00:17:20: Ich hab auch mit anderen Leuten, die immer noch Kontakt haben von der IWL, immer noch Spaß haben, den auch telefonieren oder wenn ich sie sehe, sie freuen sich für mich.
00:17:28: Aber ich hab halt auch gemerkt, wenn ich hier bin ist wir ein Teil Familie in der Iwl.
00:17:32: Man hat Spaß!
00:17:34: Ich hab mit ihnen kommunizieren können aufhin die Behinderungen gehabt.
00:17:38: Wir sind alle gleich.
00:17:42: Jeder Mensch hat andere Einschränkungen, so wie ich oder der Andere auch und das haben wir nie was ausgemacht.
00:17:48: Ich habe immer versucht mit Spaß und Lust einfach die Leute zum Lachen zu bringen.
00:17:54: Das hat mir immer gut gelungen!
00:17:55: Das ist gut, das braucht's immer jemanden der mit Humor die Leute wieder auffängt.
00:18:00: Wie wichtig ist es für dich dass du jetzt in einer neuen Stelle auch so offen über deine Depression sprechen kannst und da auch wirklich jemanden hast?
00:18:08: Ein Chef der das weiß ein Umfeld wahrscheinlich, dass es einfach weiß und dass das nicht verheimlicht wird.
00:18:12: wie wichtig ist denn sowas dass es offen ist?
00:18:14: Ich hab mit meinem Arbeitskollegen der da oben ist wird auch drüber gesprochen Der weiß das, der weiss wie er mit mir umgehen kann.
00:18:21: Wenn es mal nicht gut geht, dann nehmt mich ja zur Seite und redet mit mir oder sagt guckt dich mal hin, ruht dich mal kurz aus.
00:18:28: aber sonst habe ich eigentlich nie Probleme wenn ich was gehabt hab.
00:18:31: Habe ich's halt eben angesprochen, aber das war auch ganz gut.
00:18:35: Auch mal hingeguckt, mal durchgeschnauft und dann halt weitergemacht.
00:18:38: Ich fand es immer gut dass da einmal im Monat ein Ansprechpartner von der E-Welt vorbeikommen ist wo ihr dann auch nochmal kommuniziert.
00:18:44: Ah
00:18:45: super!
00:18:45: Und
00:18:46: dann hat man das hier auch noch austauscht, aber sonst fand ich das immer gut.
00:18:50: Man kann immer kommen vorbei und darüber reden wie es läuft.
00:18:54: was kann man verbessern?
00:18:56: Ich fand's halt auch ganz okay und die Unterstützung und alles das ist zwar immer nicht.
00:19:00: Man fühlt sich da wahrscheinlich auch irgendwie sehr frei dass man sich nicht verstecken muss sondern dass man einfach... Ja,
00:19:06: ich fand's einfach ganz ok weil ich war krank stabilisiert und bin auch froh den Weg zu gegangen sein wo ich jetzt bin weil ich einfach gesehen habe es bringt mich weiter.
00:19:20: Ich hab ein Ehrgeiz entwickelt, ich möchte da wieder draußen arbeiten wo ich Und ich bin auch stolz, dass ich jetzt einfach sagen kann.
00:19:28: Ich bin jetzt wo ich da bin aber auch dank der IWL.
00:19:30: Sonst wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin in
00:19:33: Friedhoff-Buchlöhe.".
00:19:34: Wie findest du die Arbeit auf dem Friedhof?
00:19:36: Ich glaube für viele ist das auch wieder was Abschreckendes, was man vielleicht nicht so im Alter kennt.
00:19:41: Ich persönlich finde Friedhöfe sehr schön.
00:19:44: also ich finde wenn man da so in München vor allem durch die schönen Friedhöfen spaziert es hat etwas sehr ruhiges und bedachtes.
00:19:52: Man sieht die Schönheit zwischen den Gräbern und zwischen dem Menschen die trauern, aber sicher auch erfreut haben an den Leben der Gestorbenen.
00:20:01: Wie ist denn das für dich da zu arbeiten?
00:20:03: Mir hat es am Anfang nichts gestört weil ich das ja gelernt habe als Landschaftsgärtner.
00:20:08: Ich mache halt Alltagsfliege wie Unkraut jeden, Heckgeschneiden oder jetzt machen wir auch die Beisetzungen selber.
00:20:17: das, wo mir jetzt auch nichts mehr stört.
00:20:18: Das hat mich früher vielleicht ein bisschen belastet, weil ich das aber jetzt nix mehr.
00:20:22: Ich bin auch neugierig gewissen, dass ihr reinkommt und sagt, ich mache das!
00:20:25: Ich traue mir das auch zu.
00:20:26: Und meine viel Kommunikation mit den anderen Leuten, Grabvergabe und so was, das mach' ich auch alles.
00:20:32: Aber ich wurde dann aber auch gut eingearbeitet von meinen Leuten die da sind.
00:20:36: Die haben gewusst, was ich gehabt habe... ...und sie sind einfach langsam und sachlich auf mich zukommen, draus sieht es auch
00:20:42: zu.".
00:20:43: Man macht mir so ein Probedochgang auf den Friedhof und das fand ich ganz okay.
00:20:47: Ich habe auch mal früher gesagt, ja Friedhof, da möchte ich nicht hin, weil ich sagte, was machen wir dabei?
00:20:55: Seit ich da war, habe ich es an das Licht gesehen, dass ich gesehen habe, ich mache Spaß, ich gehe jeden Tag hin und mach meine Arbeit.
00:21:02: Und wenn ich fertig bin, gehe ich nach Hause Und
00:21:07: man ist auch draußen an der frischen Luft, das ist ja auch immer was, was glaube ich für die psychische Gesundheit immer ganz gut ist.
00:21:13: Was würdest du denn jemandem sagen, den noch unsicher ist?
00:21:16: Ob bei diesem Schritt in die EWL zum Beispiel wagen soll so wie du es gemacht hast?
00:21:19: Man hat halt gesagt einfach versuchen weil die E W L ist da, wie ich schon gehört habe Stabilität und man kann auch verschiedene Bereiche durchgucken Einfach nicht scheuen, man kann nach seiner Arbeit zurück wo selber arbeiten.
00:21:34: Man kann sich da Zeit lassen und auch Zeit lassen wie lang man hier braucht.
00:21:38: Das ist einfach eine Ruhe ankommen und dann schauen was passt.
00:21:45: Passt Hauswirtschaft?
00:21:46: Passt Metall oder so was.
00:21:50: das ist einfach zu sehen.
00:21:52: man kann sich auch hier bis zum Rentenalter bleiben auch manche dort kann man sagen Trauen Sie den Schritt zu, wie ich rauszugehen und da es halt auch schönes Unterstützung zu sehen, zu schaffen.
00:22:02: Und einfach versuchen hierherzukommen und sagen Ich versuche was Neues Auch wenn ich jetzt krank bin.
00:22:08: Und auch im Ort haben dass man wieder zurück kann falls wirklich mal wieder etwas anderes wäre.
00:22:14: Vielen Dank Michael für deine schönen Erzählungen.
00:22:19: Jetzt kommen wir gleich zum dritten Gast, zu Norbert Dollinger.
00:22:22: Du leid das Projekt Freunde finden Wege aber erstmal bevor du uns erzählst was dahinter steckt wer bist du?
00:22:28: Was machst du?
00:22:29: Wo kommst du her?
00:22:30: Ja okay fangen wir mal an.
00:22:31: also mein Name ist Norbert Dollinger bin momentan Projektleiter bei Freunde finden wege ich.
00:22:36: Ich habe einen Erstberuf.
00:22:38: Ich komme aus der Metallbranche, aus der Industrie, bin Maschinenschlosser gelernter und hab dann den Quereinstieg gemacht in eine Werkstatt für behinderte Menschen.
00:22:46: hier war stellefrei in der Metallabteilung und hat sich natürlich angeboten hier zu beginnen.
00:22:52: Und in der Zeit.
00:22:53: das war für mir prägende Zeit weil damals war das noch so ein Charakter wie so Lehrwerkstaaten.
00:22:57: Das waren unwahrscheinlich tolle Atmosphäre, tolle Menschen und da durfte ich kennenlernen dass Menschen mit Behinderungen unwahrscheinliche Talente haben Interesse haben und die so aktiv dabei waren, okay das könnte ein guter Weg werden.
00:23:12: Genau!
00:23:13: Und es war der Einstieg in die Fachpraxis.
00:23:17: Das hat aber dann dazu geführt dass ich mir dachte man muss da ein bisschen weitermachen weil Menschen... Ich glaube Bildung ist eines der höchsten Güter und auch Menschen mit Behinderungen im ersten Moment nicht ansieht, haben unwahrscheinlich viel Interesse auch was zu lernen.
00:23:32: Also ein lebenslanges Lernen anzubieten.
00:23:34: das war so der Fokus und da durfte dann durch den Projekt nach dem wo wir dann gestartet haben, da waren die Männer mit dabei Berufliche Qualifizierung auf den Menschen, die wohl nicht nur in Berufsbildungsbereich sind sondern Arbeitsbereich sind die Möglichkeit zu geben für lebenslanges Lernen.
00:23:49: Und da hat man damals ein Konzept entwickelt Mit dem Lerninselkonzept.
00:23:53: Das heißt Wir lernen dort wo gearbeitet wird mitten in der Praxis.
00:23:58: Und aufgrund von dessen bin ich dann auch in der Weiterbildung, als geprüft die Fachkraft zur Arbeit zum Berufsförderung im Berufsbildungsbereich gewechselt.
00:24:06: Also alle neuen Menschen, wo in die Werkstatt kommen laufen durch den Berufs- bildungsbereich und machen da erstmal so Orientierungsphase, berufliche Stabilisierungsphase und dann bis zum Berufswunsch.
00:24:19: In dem Kontext dürfte dann irgendwann einmal nach... auf bestimmten Jahren die betriebsintegrierten Arbeitsplätze übernehmen.
00:24:28: Das waren dann die Arbeitsplätzen, wo Menschen mit Behinderung in Werkstätten im Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes arbeiten und da konnte ich mich so in dieses Thema ein bisschen eingrufen und merkte, das ist natürlich ganz spannend aber es funktioniert und es gibt mehr Wert.
00:24:45: also wir haben irgendwann war das Wort Inklusion der Überei plakativ und keiner wusste, was Inklusion ist.
00:24:53: Und wir haben die Menschen platziert mitten im Arbeitsprozess in Betrieben – das war Inklusion!
00:24:58: Dann werden man sichtbar und dann merkt man oh das tut gar nicht weh um mit uns zusammen zu arbeiten.
00:25:03: Das hat halt einen Riesenspass gemacht und wir konnten da wirklich tolle Betriebe gewinnen hier im Landkreis.
00:25:10: und dann kamen die IWL auf die Idee okay das Thema betriebsintegrierte Arbeitsplätze müssen Hand geben.
00:25:18: Also eine eigene Marke gründen, das heißt weil alles was so nebenzu ist hat man gemerkt, man kommt immer bis zu einer gewissen Stelle aber nicht mehr weiter.
00:25:27: Der letzte Schritt fehlt dann, weil die Zeit fehlt.
00:25:29: Weil die Aufgaben einfach zu vielfältig sind und man muss da wirklich komplett auf eine Aufgabe konzentrieren.
00:25:36: Und dann wurde im Jahr zwei tausendundzwanzig Wunschpunkt Arbeit gegründet Wunschpunktarbeit mit derdingsbetriebsleitung, der Anna Ortermann und ich durfte da mit als Jobcoach tätig sein.
00:25:49: Und dann haben wir die Marke gegründet und konnten dann natürlich auch unwahrscheinlich viel bewegen.
00:25:54: also in den langkreisen Landsberg, Stammbärk und München waren wir da unterwegs und hatten dann schon nach ungefähr vier Jahren denke ich, haben man so Acht oder Dreißig Menschen mit Behinderung im betriebsintegrierten Arbeitsplätzen gehabt.
00:26:07: Das geht jetzt nahtlos über zur Freunde finden Wege.
00:26:12: Ja, genau!
00:26:13: So war der Werdegang von mir und mit dem Roadtrip bis zu Freunden finden Wegen.
00:26:23: Durch diese intensive Arbeit bei Wunschpunktarbeit war es dann tatsächlich so dass da die Idee geboren wurde.
00:26:29: Es waren hier Immer wieder die Fragen, also Fragen bieten ja Chancen.
00:26:34: Wenn man mir aktiv zuhört, dann hört man aus der Frage und Auftrag heraus.
00:26:37: Und das waren wirklich die Fragen von Eltern vor allem wenn unser Kind bei ihnen ist... ... ist das Perspektive, was habt ihr überhaupt?
00:26:46: Weil das ist eine Sackgasse.
00:26:46: Das ist doch ein Werkstatt!
00:26:48: Ihr könnt sie ausbilden.
00:26:49: Da musst du natürlich sagen, ein Werkstag kann ich ausbild'n... ... es geht halt einfach nicht.
00:26:52: Wir können gut qualifizieren und wir können platzieren aber ausbildend dürfen
00:26:55: die schon auch nicht.
00:26:57: Okay dann kam da schon mal für Manke das nicht in Frage.
00:27:01: Dann war das nächste war natürlich gleichzeitig die Teilnehmer, die wo man auf Betriebsindigrierten Arbeitsplätzen hatten,... ... die fragen natürlich auch nach, was passiert mir jetzt?
00:27:08: Jetzt bin ich platziert.
00:27:10: wie geht's weiter mit mir?
00:27:12: Mache ich das jetzt?
00:27:12: erleben
00:27:12: lang?!
00:27:13: oder gibt es noch ein Qualifizierungsangebot für euch?
00:27:15: Oder ist sogar Ausbildung möglich, also wir hatten da wirklich tolle Talente im Hauswirtschaftsbereich oder in der Küche.
00:27:21: Ich sage ich kann nicht vielleicht einen Koch machen oder kann ich doch irgendwie was machen.
00:27:26: Aber nicht mit uns momentan, das geht einfach nicht.
00:27:29: und das nächste war, das fand ich total spannend dass Betriebe auf uns zukommen sind und sagen ja ihr macht so eine geile Arbeit!
00:27:35: Wir würden gerne ausbilden.
00:27:38: Also dieses Wort Ausbildung, das kreist halt dann unwahrscheinlich.
00:27:42: Und das Thema hat mir uns dann wirklich vorgenommen die Anna Ottmann und ich und haben daraus Freunde finden Wege.
00:27:50: Super!
00:27:51: Gegründe beziehungsweise gedacht noch nicht ganz genau groß.
00:27:54: was heißt denn das überhaupt?
00:27:56: Aber wir wollen Menschen Perspektiven bieten in Werkstätten auf betriebsintegrierten Arbeitsplätzen damit sie mit unserer Unterstützung eine Qualifizierung beziehungsweise Ausbildung bekommen, wo enden kann?
00:28:09: im Kamerabschluss im externen Verfahren.
00:28:11: Das heißt mit einem regulären Beruf.
00:28:14: Wir hatten dann die Idee wie magst du das überhaupt?
00:28:18: Also zur der Alltagsgeschichte dazu Wie kann man die Ressourcen, wie schaffen wir denn das überhaupt?
00:28:23: da braucht man ja schon viel Zeit, viel Mempower, viel Ideen.
00:28:27: Man muss viel glatt ziehen anpassen, der schaffst du einfach neben den regulären Job nicht.
00:28:33: und dann hatten wir einen Förderantragsstell bei Aktion Mensch.
00:28:36: Und er ist auch gefördert fünf Jahre und somit konnte ich als Projektleiter und meine Kollegin die Sarah Hoffmann, die als Koordinatorin für Freunde finden Wege unterwegs ist können uns komplett auf das Thema stürzen mit dem Ziel natürlich dass wir alles was wir jetzt bearbeiten, dass wir das standardisieren wollen und dass es nach der Projektzeit in ein Regelangebot übergehen kann.
00:28:59: Super, und was macht ihr denn anders als klassischer Ausbildungswege?
00:29:02: Klassische Ausbildungwege schreibt man ganz klar vor.
00:29:05: Du hast Berufsschul besucht, du hast eine klare Zeit zur Verfügung und du musst es in dieser Zeit schaffen.
00:29:11: vielleicht ist noch ein Möglichkeit dass wir so ein bisschen erweitert haben halbes Jahr oder zweite Prüfung machen.
00:29:16: aber das ist genau das was halt unsere Menschen nicht schaffen.
00:29:20: Wir brauchen individuelle Wege eigenes Lerntempo.
00:29:23: Wir müssen das anbieten, wir müssen Lernsetting so anbinden damit die Menschen das verstehen.
00:29:28: Das Wichtigste ist natürlich auch dass wir erst über die Praxis kommen, dass wir ein stabiles Arbeitsverhältnis brauchen wo die Menschen sich über die praxis identifizieren aber profilieren und dann kann man Schritt für Schritt Personen zentriert Leerangebote machen und immer wieder versuchen okay in einem verschiedenen Kontext also diese klassischen Versionen wie Raus aus dem Betrieb rein in einer Berufsschule, theoretisch lernen.
00:29:55: Die Theorie mitnehmen in den Betrieb der Transfer.
00:29:58: Unwahrscheinlich schwierig.
00:29:59: Deswegen schlagen wir vor bzw machen wir gerne dieses Betriebsintegrierte.
00:30:05: also Lernort wird Arbeitsort oder Arbeitsort ist Lern-Ort.
00:30:09: das heißt wir verknüpfen die Theorie Lerninfrastruktur mit der Arbeitsinfrastur, so dass es kurze Wege gibt und sofort auch haften bleibt.
00:30:18: So haben wir einfach schon mal gute Lernerfolge und können Schritt für Schritt das aufbauen.
00:30:22: Zentrales Element haben uns jetzt rausgesucht ist tatsächlich die Teilqualifizierungen mit IHK-Zertifikat.
00:30:30: Das heißt,
00:30:31: die Berufe werden in sechs bis acht Modulen unterteilt mit Teilqualificierungen.
00:30:36: Das sind noch vorgegeben?
00:30:38: Das heißt, da hat man dann Zeit zwischen siebzehn bis sechsundzwanzig Wochen kann es so verlängern und da sind wir jetzt dabei die ersten Bausteine zu schnüren.
00:30:46: Die IHK zertifiziert dann diese Durchführung und nimmt auch diese Kompetenzfeststellungen ab.
00:30:52: das heißt unsere Teilnehmerinnen wo diesen Weg mit uns gehen haben immer wieder positive Erfolgserlebnisse und der Bund ist einheitlich oder bundesanarkantes Zertifikat, was ja unwahrscheinlich wichtig ist.
00:31:05: Ja klar!
00:31:06: Und das bewegt ja in unseren Menschen noch was?
00:31:08: weil da kommt ein Selbstwertgefühl.
00:31:10: also da kommen die Glänzen in den Augen dass endlich mal jemand ihnen das zutraut, dass sie etwas können und es dann aussichtbar wird, weil Deutschland ist ein Zertifikatsler.
00:31:19: Absolut!
00:31:21: Es ist nicht immer so leicht sowas durchzusetzen.
00:31:23: Ganz genau.
00:31:25: Die Betriebe, also jetzt von den Menschen her finde ich es sehr schön.
00:31:29: Selbstbewusstsein wachs man hat hier eine Ausbildung.
00:31:32: das ist ja wie du schon gesagt hast wahnsinnig viel wert und Du hast aber vorher schon angeschnitten dass die betriebe auf dich auch zugekommen sind.
00:31:39: Das heißt sie nehmen das gut an oder gibts da teilweise auch.
00:31:44: Also fährst du auch zu betrieben und stellst das vor?
00:31:47: Und gibt's dann vielleicht auch mal musst du da sehr viel überzeugen schon sehr viel positive Rückmeidung.
00:31:55: Also, die Vorgehensweise ist... also ich finde es ziemlich simpel.
00:32:00: Also ich suche nicht die schweren Wege, sondern die einfahrenden Wegen.
00:32:03: Das ist gut!
00:32:04: Das heißt, ihr holt schon mal genau zu, jetzt sind wir beim aktiven Zuhören.
00:32:08: Welcher Betrieb hat ein Interesse?
00:32:09: Mit welchem Betrieb arbeitet man denn schon seit längerer Zeit gut zusammen?
00:32:13: Wer kann das mit stemmen?
00:32:15: Aber die wissen auch was sie an uns haben.
00:32:17: Also das ist halt einfach die Zuverlässigkeit der Austausch und Auf die Betriebe, das heißt ich glaube da gehen wir als erstes zu.
00:32:26: Also es sind Teilnehmer die sich das wünschen und dann gehen wir auf den Betrieb dazu der wohnt so wohl gesund.
00:32:33: Weil ein Projekt bringt sowieso sehr viele Hürden mit sich die wo man gar nicht kalkulieren kann.
00:32:38: deswegen Machen wir Ziele so einfach wie möglich, dass man sie erreichen hat.
00:32:43: Aber dann wird der Mehrwerder das Betrieb Volkserlebnisse hat mit uns, aber dass der Mensch mit Behinderung Erfolgserlebnisse hat und somit können wir auf einen positiven Ansätzen.
00:32:54: Und so passiert es jetzt.
00:32:55: momentan haben wir ich glaube vier in Kitabereichte wo wir gerade die Netzlehrgänge anbieten da wo jetzt dann die Prüfung ist schon mit dem ersten Zertifikat.
00:33:03: Wir haben jetzt Anfrage für Bürokauffrau Und im Herbst werden wir starten mit den Fachlageristen, die sind vier Teilnehmer.
00:33:10: Also das ist im Laufen aber mehr stemmen mir momentan noch gar nicht.
00:33:14: Wir sind zu zweit und jetzt müssen wir erst einmal die ersten Sachen sauber strukturiert anpassen so wie sollen sagen ja so ausarbeiten damit sie in den Alltagsgeschehen übergehen kann und dass man dann die nächsten Schritte gehen.
00:33:28: genau
00:33:28: Kannst du auch von einem schönen Moment erzählen, der dir im Projekt begegnet ist?
00:33:34: Das schönste Moment ist eigentlich das wenn man Menschen mit Behinderung sieht die sagen wow ihr traut uns was zu und du traust mal was zu.
00:33:41: Das Projekt traut mir was zu nicht kann was.
00:33:44: Das ist das schönste moment!
00:33:45: Die anderen Momente sind natürlich es gibt nur drei Momente wo wir denken wow die machen einfach Riesenspaß.
00:33:52: Das sind die Menschen mit Behinderungen.
00:33:55: dann ist natürlich besonders auch die Betriebe jetzt mal die Angst zu verlieren, um mit uns so einen Weg zu gehen.
00:34:03: Vor allem ist es auch schön zu sehen wie sie das im eigenen Betrieb umsetzen.
00:34:07: also diese sagen wenn man in Betrieb ist und wenn man Menschen mit Behinderung arbeitet dann sind bestimmt die Abläufe nicht ganz klar und Betriebe gehen davor aus dass das alles logisch ist genau und durch unsere Fragen oder dass die fragen unsere Menschen hier stellen, wird dir nicht klar, das ist gar nicht so transparent.
00:34:26: Die Prozesse sind eigentlich nicht klar.
00:34:28: Also auch diese Veränderung in den Betrieben wie die mit uns zusammenarbeiten und da auch ihre Prozese mit anpassen finde ich wahrscheinlich toll.
00:34:38: Und der letzte Punkt momentan Ich genieße immer noch die Kickoff-Veranstaltungen vom letzten Jahr hier in den Elangkreise im Landratsamt Landsberg und in Starnberg, wo die Landräder die Schirmherren waren und wo wir Podiumsdiskussion gestartet haben.
00:34:53: Und wo so viel Resonanz zurückgekommen ist dass die Gemeinden auch aufgemacht haben und gesagt wow wenn was ist bieten wir euch gerne unsere Unterstützung an, unsere Praktikas weil die Teilnehmerinnen kommen aus unserer Region und da steht die Tür offen.
00:35:08: also es sind wertvolle Momente.
00:35:11: Vielen Dank auch dir für das sehr schöne Erzählen und auch mitnehmen in diese Welt.
00:35:18: Jetzt kommen wir schon zum Schluss, sondern ich würde euch drei gerne dieselbe Frage stellen nämlich... Wir fangen gleich mit dir an Norbert!
00:35:25: Wenn du dir eine Sache wünschen dürftest die sich im Umgang mit Menschen mit Behinderung verändert was wäre das?
00:35:31: Was wäre
00:35:31: das?!
00:35:32: Ihr denkt mehr Mut wenn wir alle ein bisschen mehr Mut hätten ein echtes Miteinander weniger Zurückhaltung und Unsicherheit, weil jeder Mensch ist einziger Artig.
00:35:45: Jeder Mensch ist toll!
00:35:46: Und wir so mit dem Gefühl rausgehen gemeinsam schaffen wir das.
00:35:52: Super Mandy was wäre dein Wunsch?
00:35:55: Mit dem Umgang?
00:35:56: Genau, ich würde mal den Ball vom Norbert aufnehmen.
00:35:59: Also für mich sind diese Schlagworte Zutrauen und Offenheit.
00:36:03: Also Zutrauen im Sinne von dem Menschen mit Behinderung etwas zutrauen aber auch den Betrieben oder den Kooperationspartnern etwas zu trauen.
00:36:11: Und Offenheid halt.
00:36:12: also da bin ich jetzt wieder so in diesem Alltagsthema einfach zu gucken wer begegnet mir?
00:36:18: Wie kann ich auf diesenjenigen eingehen egal ob jetzt mit oder ohne Behinderungen?
00:36:23: Vielen Dank!
00:36:23: Und das Abschluss Michael.
00:36:26: Ich wünsche mir einfach, dass die EBS so bleibt wie sie ist.
00:36:28: Die Leute aufnimmt und dann auch sich fördert und auch mutig sein.
00:36:33: Einfach die Chance, wenn man krank ist hierher anzufangen.
00:36:37: Man bereut es nicht.
00:36:39: Super!
00:36:40: Vielen lieben Dank für die schönen Einblicke.
00:36:44: Ich wünsche euch einen wunderschönen Tag und eine wunderschöne weitere Arbeit bei der IWL mit allen tollen Projekten.
00:36:51: Dir Michael, ganz viel Spaß noch bei der Friedhofsgärtner Reihe!
00:36:54: Ich finde es toll, dass du den Weg wieder in den Arbeitsmarkt geschafft hast und an euch vielen lieben Dank.
00:37:00: Tschüss!
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