#12 Herzgesundheit neu gedacht: Von Gendermedizin bis Biohacking-Mythen
Shownotes
Wussten Sie, dass sich ein Herzinfarkt bei Frauen oft ganz anders bemerkbar machen kann als bei Männern? Dass viele Tipps rund um Longevity und Biohacking, die auf Social Media kursieren, medizinisch deutlich differenzierter betrachtet werden müssen? Und dass es durchaus Ärztinnen und Ärzte gibt, die sich freuen, wenn Patientinnen und Patienten mit einem Screenshot ihrer Gesundheits-App zum Check-up kommen?
In dieser Folge spricht Marlen Bruckner-Röck mit Dr. Vera Schneider und Prof. Dr. Jakob Ledwoch vom neu eröffneten Kardiologischen Zentrum München Pasing über Herzgesundheit, moderne Prävention und darüber, warum es sich lohnt, dem eigenen Herzen früher Aufmerksamkeit zu schenken — nicht erst dann, wenn Beschwerden auftreten.
Mit Dr. Vera Schneider geht es um Gendermedizin und die Frage, warum Herzerkrankungen bei Frauen häufig anders verlaufen und manchmal auch anders erkannt werden als bei Männern. Welche Symptome sollte man ernst nehmen? Welche Rolle spielen Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Körpern in Diagnostik und Behandlung? Und warum ist Aufklärung hier so wichtig?
Mit Prof. Dr. Jakob Ledwoch spricht Marlen Bruckner-Röck über Longevity, Biohacking und die vielen Gesundheitsversprechen, die uns täglich begegnen. Was ist sinnvoll, was ist Mythos — und worauf kommt es wirklich an, wenn es um ein gesundes Herz geht? Dabei wird deutlich: Schlank oder sportlich zu sein bedeutet nicht automatisch, vor Herzerkrankungen geschützt zu sein.
Eine Folge über ein Organ, das jeden Tag Höchstleistung bringt — und darüber, wie man besser auf es achten kann.
Themen der Folge:
Warum Herzinfarkte bei Frauen oft anders aussehen können Was Gendermedizin bedeutet und warum sie wichtig ist Welche Warnzeichen ernst genommen werden sollten Was Longevity und Biohacking wirklich leisten können Welche Social-Media-Mythen rund um Gesundheit kritisch zu sehen sind Warum Fitness allein kein Garant für Herzgesundheit ist Wie moderne Prävention und Check-ups sinnvoll genutzt werden können
Mehr zum Kardiologischen Zentrum München Pasing: https://www.kardiologie-muenchen-pasing.de/?gad_source=1&gad_campaignid=23733143169&gclid=Cj0KCQjwxvjRBhC2ARIsAI7KJa2ZKKgrJaOvpbVj5qkB0pc6egZF4ryH4EiR_WbPahZXXPjG4eexfsoaAhQeEALw_wcB
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Musik: Free Music Archive / Sense - Sergey Cheremisinov Diese Podcastfolge entstand in bezahlter Zusammenarbeit mit dem Kardiologischen Zentrum München Pasing
Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge.
00:00:04: Ich bin Marlene Bruckner-Röck!
00:00:06: Heute nehme ich euch mit an einen Ort, an dem ich ehrlich gesagt kurz vergessen habe dass ich gerade in der Arztpraxis stehe.
00:00:12: Ich war im neueröffneten kardiologischen Zentrum München Pasing direkt beim Pasinger Bahnhof und statt diesem typischen Praxisgefühl hat mich was ganz anderes erwartet.
00:00:22: Helle Räume richtig schönes Interior viel Licht unter eine Atmosphäre in der man sofort ein bisschen runter fährt.
00:00:30: Empfangen wurde ich von Dr.
00:00:31: Vera Schneider und Professor Dr.
00:00:33: Jakob Letwoch, beide superherzlich sehr sympathisch und mit einer Art bei der man sofort merkt hier geht es nicht nur um Medizin sondern vor allem auch darum Dinge verständlich zu erklären.
00:00:44: Mit Frau Dr.
00:00:45: Schneider habe ich darüber gesprochen was Gendermedizin eigentlich bedeutet warum Herzerkrankungen bei Frauen oft anders ablaufen als bei Männern?
00:00:53: Und welche Anzeichen man deshalb unbedingt ernst nehmen sollte.
00:00:57: Mit Prof.
00:00:57: Dr.
00:00:58: Letwoch ging es um Longevity, Biohacking und die vielen, vielen Gesundheitsmythen, die einem gerade auf Social Media ständig begegnen.
00:01:06: Wir sprechen darüber was wirklich wichtig ist für ein gesundes Herz und warum schlank und sportlich sein allein noch lange nicht bedeutet dass man von einer Herzerkrankungen geschützt ist.
00:01:16: Es ist ein richtig spannendes Gespräch geworden über einen der wichtigsten Organe unseres Körpers – unser Herz!
00:01:22: Ich wünsche euch ganz viel Freude beim Hören.
00:01:27: Ich freue mich, mich heute mit einem ganz besonderen Organ auseinandersetzen zu dürfen.
00:01:32: Nämlich mit dem Herzen!
00:01:34: Hierfür bin ich bei Frau Dr.
00:01:36: Vera Schneider und Herr Professor Jakob Littwoch.
00:01:39: Und wir werden heute über viele verschiedene Dinge reden – über Frauenkardiologie, über Mythen von Social Media, über Long-JVT und was es alles gibt.
00:01:48: Aber erstmal finde ich schön wenn Sie sich vorstellen würden.
00:01:53: Vielleicht können Sie uns ja mal so einen kleinen Abriss geben, was Ihre Stationen bis jetzt waren im Leben und was sie schon alles gemacht haben.
00:02:00: Sehr gerne!
00:02:01: Und hallo erst einmal ich freue mich dass die bei uns sind.
00:02:05: mein Name ist Vera Schneider.
00:02:07: Ich bin Internistin und Kardiologin und habe hier in München Medizin studiert und war dann zuerst in Berlin an der Charité als Assistenzärztin.
00:02:18: Dann bin ich wieder zurück in die Heimat nach München gewechselt, ans Klinikum rechts der ISA und die letzten drei Jahre war ich in einer kardiologischen Praxis im Münchner Süden angestellt und habe jetzt zusammen mit meinem Partner im Mai die Praxis hier eröffnet.
00:02:38: Sehr schön!
00:02:39: Herr Prof.
00:02:40: Dr.
00:02:40: Jakob Letwoch ein paar Sätze zu Ihnen?
00:02:44: Ja, ich bin auch Internist und Kardiologe wie meine Partnerin.
00:02:46: Ich habe in Frankfurt studiert und dann an einer städtischen Klinik in München als Assistenzarzt angefangen wollte aber stärker wissenschaftlich arbeiten und bin dann an die Uni-Klinik nach Lübeck gewechselt und wollte dann aber wieder irgendwie zurück in die Heimat und bin deswegen an die technische Uni München ans Klinikum rechts der ISA Und habe dann mehrere Stationen als Oberarzt und leitende Oberarzte in Münchner Kliniken absolviert.
00:03:16: Und hab dann eben mit meiner Partnerin das Kardälogische Zentrum München-Parsing gegründet.
00:03:21: Gut, dann würde ich gleich mal reingehen.
00:03:23: Sie haben ja gerade schon gesagt dass sie die Praxis eröffnet haben.
00:03:26: also für mich ist es immer ganz spannend und mutig wenn sich jemand das traut.
00:03:29: wenn jemand sich sagt so jetzt wirds Zeit für was eigenes?
00:03:33: Wir machen uns selbstständig und wir machen eine eigene Praxis auf.
00:03:36: Was ist denn so die Philosophie hinter ihrer Praxis.
00:03:41: Wofür soll denn ihre Praxis stehen?
00:03:44: Ja, wir wollen moderne Kardiologie bieten mit einer großen wissenschaftlichen Expertise und gleichzeitig möchten wir aber mit viel Empathie und einer engen persönlichen Betreuung für unsere Patienten da sein.
00:03:57: also wir legen wirklich großen Wert darauf dass sie sich bei uns auch wohl fühlen.
00:04:04: Und jetzt ist es natürlich so, Kardiologie hat man immer erst einen Kopf.
00:04:07: Wenn man sagt oh ich habe Symptome Ich sollte mal zum Kardiologen gehen Ist denn das richtig?
00:04:14: So erst zum Kardiologen zu gehen wenn schon Symptom da sind oder sollte man vielleicht doch ein bisschen präventiver arbeiten?
00:04:22: Es ist nicht unbedingt gleich zu spät aber Man sollte schon präuentiver arbeiten also wenn man leichte Beschwerden hat und man dann beim Arzt bei den kardiologischen Untersuchungen erste Veränderungen gefunden werden.
00:04:35: Man kann es gerade noch rechtzeitig sein, aber man kann halt auch Pech haben und ohne größere Vorwarnung von jetzt auf gleich ein schweres Herzkreislauf Ereignis bekommen.
00:04:47: also viele wissen das nicht Aber die Hälfte aller alle Patienten mit Herzenfakt in Deutschland haben zuvor keine Beschwerden.
00:04:56: Also sie fühlen sich fit und gesund Und dann plötzlich von einem Tag auf den anderen sind Sie Schwer-Herzkrank.
00:05:03: Und das ist eigentlich tragisch, weil man in den meisten Fällen Herzinfarkte oder andere Herzerkrankungen mithilfe eines kathologischen Checkups vermeiden könnte.
00:05:16: Die Hälfte, das finde ich spannend.
00:05:17: also das hätte ich jetzt auch nicht gedacht.
00:05:20: Ja ja die meisten denken wirklich, dass hat Vorboten es zwickt an und drückt dann im Herz und dann sollte ich das abklären.
00:05:29: Aber es ist tatsächlich die Hälfte aller Herzinfarkte, haben vorher überhaupt keine Beschwerden und dann zack von einer Sekunde auf die andere.
00:05:36: Das ist
00:05:36: aber auch ein bisschen gruselig wenn man das so hört!
00:05:38: Deswegen ist es ja so wichtig zum Checkup zu gehen und das ist ja auch ein großes Problem in Deutschland.
00:05:43: Prävention spielt da eine untergeordnete Rolle und deswegen ist das auch mit ein Grund warum Deutschland die Lebenserwartung verglichen mit den anderen westeuropäischen Ländern so schlecht ist.
00:05:56: Also wir sind da auf einem ganz, ganz hinteren Platz und deswegen muss da was getan werden.
00:06:03: also müssen viel stärker präventiv arbeiten.
00:06:07: Die Leute müssen viel früher zu Kontrolluntersuchungen damit man kleine Veränderungen im rechtzeitig feststellt.
00:06:15: Und diese kleinen Veränderungs lassen sich ja auch viel leichter und mit kleineren Maßnahmen behandeln als wenn die Erkrankung in einem fortgeschrittenen Stadium festgestellt wird.
00:06:25: Dann ist es viel aufwendiger, viel schwieriger das wieder ins Lot zu bringen.
00:06:30: Aber wann sollte man denn zum Kardiologen meinen Checkup machen?
00:06:33: Also das ist auch ein bisschen davon abhängig ob Frau oder Mann Die Männer früher weil's da schon früher losgeht.
00:06:41: also sie sollten ab vierzig fünfundvierzig spätestens zum Check up.
00:06:46: bei den Frauen reicht es auch wenn ihr mit Ende vierzig sind weil die erst etwas später dann das erhöhte Risiko haben, aber grob gesprochen abviert sich.
00:06:59: Okay!
00:07:00: Da haben Sie jetzt gerade schon den Stichpunkt gegeben.
00:07:03: Wir starten nämlich mit Frau Dr.
00:07:05: Vera Schneider und wir wollen ein bisschen über Frauenkardiologie- und Gendermedizin sprechen.
00:07:10: Weil jetzt haben wir ja grad schon gehört den ersten Unterschied zwischen Frauen und Männern was das Herz angeht.
00:07:17: Vielleicht können sie ja mal sagen... Warum braucht das Herz denn überhaupt eine geschlechter spezifische Medizin?
00:07:24: Ja, also es ist tatsächlich ein sehr wichtiges Thema für eine individualisierte Behandlung.
00:07:30: Also wir wollen weg von diesem One Size Fits All Prinzip hin zu einer Medizin die genau zum jeweiligen Menschen passt und dazu gehört natürlich auch das Geschlecht.
00:07:41: Es bestehen relativ große biologische Unterschiede zwischen Frauen und Männern vor allem natürlich hormonell und genetisch.
00:07:50: Und da ist es einfach so, dass leider in den letzten Jahrzehnten in der Forschung die Frauen etwas zu kurz gekommen sind und vieles eher auf Männer abgestimmt wurde.
00:08:04: Es ist ja auch so also was ich immer so lese das vor allem die medizinischen Studien heißt jetzt in der Kardiologie oder sonst wo eigentlich nur mit Männern gemacht werden.
00:08:15: Genau wussten sie zum Beispiel, dass allein schon die Labormäuse, die für Studien eingesetzt werden hauptsächlich männlich sind weil man also der Grund dahinter ist das die Forscher diesen Einfluss durch den Zyklus der Labormaus verhindern wollen und deswegen lieber die männlichen bevorzugen.
00:08:34: Also der einfache Weg?
00:08:35: Genau, der einfahre Weg.
00:08:37: aber man ignoriert damit natürlich fünfzig Prozent der Bevölkerung im Prinzip und so zieht es sich dann weiter durch die Studien dass viele Studien in der Vergangenheit siebzig Prozent mehr Männer hatten und dementsprechend die Frauen da einfach etwas vernachlässigt wurden.
00:08:56: Was ist denn jetzt der Unterschied, was man sagen kann?
00:09:00: Sind das nur die Symptome, die anders sind bei Frauen oder sind es generell die Herzerkrankungen, die ganz anders sind als beim Männern.
00:09:06: Ja,
00:09:06: es ist tatsächlich so dass unterschiedliche Herzerkrankungen bei Männern häufiger sind andere dafür bei Frauen häufiger.
00:09:14: Die Symptome sind teilweise sehr unterschiedlich.
00:09:18: Man sagt dann immer so, die Männer haben typische Symptom, die Frauen haben A-typische aber da geht es ja auch schon wieder los.
00:09:24: Wer sagt denn überhaupt was ist das typische Symptom und was ist dass A-Typische?
00:09:29: Wurde eben alles immer ein wenig mehr auf die Männer ausgelegt Und dann geht das aber auch so weiter bei der Therapie zum Beispiel, dass auch gewisse Therapien für Frauen besser geeignet sind, manche eher für Männer.
00:09:43: Das gewisse Medikamente bei Frauen zum Beispiel mehr Nebenwirkungen auslösen und da ist es einfach ganz wichtig dass man da ein bisschen individueller denkt.
00:09:54: Und jetzt sagt man schon so, das typische Symptom ist dieses Anhybrusgreifen und es tut weh.
00:09:59: Man bekommt keine Luft.
00:10:01: Das ist ja eher so was man bei meinen anderen denkt.
00:10:03: Ist das bei Frauen?
00:10:04: Hab ich irgendwas mal gelesen mit dem Rücken?
00:10:07: Ja
00:10:08: genau!
00:10:08: Es ist eben so dass Frauen da etwas diffusere Beschwerden haben teilweise eher Schmerzen im Rücken also zwischen den Schulterblättern Übelkeit Oberbauchbeschwerden Teilweise aber auch wirklich nur Luftnot.
00:10:21: Und das führt leider dazu, dass bei den Frauen viele Herzinfarkte viel zu spät erkannt werden.
00:10:29: Dadurch auch viel zu Spät behandelt werden und deshalb haben tatsächlich Frauen am Ende eine höhere Sterblichkeit an Herzinfarken als Männer.
00:10:38: Aber generell bekommen Männer öfter Herzinfarkte, stimmt es?
00:10:42: Ja früher.
00:10:44: Sie bekommen sie auf jeden Fall früher.
00:10:45: aber nach den Wechseljahren wenn das Astrogen bei den Frauen nachlässt was ja lange Zeit die kardiovaskulären Risikofaktoren sozusagen etwas unterdrückt dann holen die Frauen doch sehr deutlich auf
00:11:01: Ah, okay.
00:11:02: Deswegen auch erst späterer Check-ups so dann mit Ende.
00:11:05: Fünfzig sind voller.
00:11:06: Genau ja.
00:11:07: Gibt es denn einen Moment in Ihrer Arbeit wo Sie gemerkt haben?
00:11:10: Okay da muss ich jetzt loslegen und mich dafür einsetzen dass Frauenkardiologie einfach wichtiger unsichtbarer gemacht wird?
00:11:18: Ja also tatsächlich ist es eben auch so das Frauen ja häufig dazu neigen ihre eigenen Beschwerden etwas zu bagatellisieren.
00:11:29: oder was ich sehr oft in der Anamnese schon höre, ist, na ja vielleicht ist es auch alles der Stress.
00:11:35: Ich stehe auch unter einem sehr hohen Druck.
00:11:37: also Frauen relativieren dann ihre Symptome häufig schon selbst.
00:11:42: Dann ist es so dass die tatsächlich auch häufiger als psychisch abgestempelt werden von Ärzten.
00:11:50: und da ist mir einfach selber aufgefallen das es tatsächlich so ist der Frau da manchmal etwas schlechter ist als die der Männer.
00:12:01: Und an diesem Punkt habe ich beschlossen, dass ich mich diesen Thema intensiver widmen möchte und dann auch meinen Gendermedizin-Studium in Zürich begonnen.
00:12:14: Also würden Sie schon auch sagen es hat auch was mit der gesellschaftlichen Präugung zu tun.
00:12:19: also das man erstens denkt die Frauen sind hysterischer und machen aus einem Mücken Elefanten gleichzeitig sind sie aber Resilienter, weil sie dann ja viel mit Mutter sein und arbeiten.
00:12:32: Mit dem ganzen Mental Load was man dann auch mit sich bringt in so einer Mutterrolle zum Beispiel.
00:12:38: Also ich finde das widerspricht sich ganz oft dass die Ärzte einen oder Ärztinnen eigentlich so wahrnehmen als Personen die halt wirklich viel auf der Uhr hat sondern eher so als wäre man nicht besonders resilient und würde es ein bisschen übertreiben.
00:12:53: Das ist auf jeden Fall ein Problem.
00:12:55: Frauen leisten ja immer noch einen Großteil der Kehrarbeit und sind da natürlich auch sehr eingespannt, das sind Männer natürlich auch gar keine Frage.
00:13:04: Er geht's ja gar nicht.
00:13:06: Genau!
00:13:07: Und Erwerbsarbeit ist natürlich auch anstrengend aber es führt eben auch häufig dazu dass... Also ich habe zum Beispiel schon einige Male die Situation in der Praxis gehabt, dass sich zu einer Frau gesagt hat, aber das ist so gravierend was sie haben.
00:13:19: Ich möchte Sie gerne in eine Klinik einweisen und dann die Antwort bekommen habe, das geht nicht.
00:13:24: Ich muss meinen Ehemann
00:13:25: pflegen.".
00:13:26: Das ist keine Option.
00:13:27: Ich kann nicht in die Klinik.
00:13:29: bitte schauen sie was Sie hier ambulant machen können?
00:13:32: Und das ist natürlich schlimm dass man selbst nicht zu seiner notwendigen Behandlung kommt weil diese Kehrarbeit einfach in dem Moment von niemand anderem übernommen werden kann.
00:13:49: Und Sie haben ja Channelmedizin dann studiert.
00:13:51: Vielleicht können sie einmal kurz erklären, was ist denn mit dem Begriff gemeint?
00:13:55: Also man weiß schon die Unterschiede auf jeden Fall zwischen Mann und Frau.
00:13:57: Das ist klar, aber vielleicht geht das ja noch ein bisschen tiefer?
00:14:00: Gendermedizin oder im Deutschen auch häufig als geschlechter sensible Medizin bezeichnet beschäftigt sich mit dem Einfluss vom biologischen Geschlecht, aber auch vom sozio-kulturellen Geschlechten auf die Entstehung von Erkrankungen, auf Symptome und aber auch von Therapien der Erkankungen.
00:14:18: Und Ziel ist es eben eine präzisere und individuellere Gesundheitsversorgung zu schaffen Da Männer und Frauen sich da einfach häufig doch in sehr elementaren Punkten unterscheiden.
00:14:31: Und wenn Sie jetzt so einen kleinen Beipackzettel für das weibliche Herz packen wollen würden, was würde denn da draufstehen?
00:14:38: Also auf jeden Fall würde drauf stehen... Bitte kennen Sie Ihre Risikofaktoren.
00:14:43: Also jede Frau sollte Blutdruck, Cholesterinwerte, Blutzucker und aber auch die erbliche Belastung in der Familie kennen.
00:14:51: Wenn es da irgendwelche Risikophaktoren gibt dann lassen sie auf jeden Fall regelmäßige Checkups durchführen.
00:14:58: Es ist eben leider so dass sich da einige der Risikovaktoren wie zum Beispiel das Rauchen, aber auch der Bluthochdruck bei Frauen noch intensiver auf das Herz auswirken als beim Männern.
00:15:09: Und deshalb ist es dann noch wichtiger dass dann auch regelmäßige Untersuchungen durchgeführt werden.
00:15:17: Dann würde auf jeden Fall drauf stehen bitte nehmen Sie Beschwerden ernst.
00:15:21: also Das ist eben gerade bei Frauen nicht immer leerbuchartig und deshalb sollte man auch diffusere Beschwerden lieber einmal zu oft abklären lassen, als einmal zu selten sozusagen.
00:15:35: Und das ist wahrscheinlich so für die Frauenkardiologie das Wichtigste.
00:15:40: Unterschiedliche Lebensphasen bedeuten für Frauen unterschiedliche hormonelle Einflüsse also... Schwangerschaften, Stillzeiten die Wechseljahre.
00:15:49: All das führt zu extremen Hormonellen einflüssen und die können sich wiederum sehr deutlich auf das Herz auswirken.
00:15:56: also spätestens der Beginn von den Wechsel Jahren lässt bei den Frauen wirklich das Herzkreislaufrisiko so deutlich ansteigen dass es eben dann viel häufiger zu Erkrankungen kommt.
00:16:10: aber auch das Auftreten von zum Beispiel einem Schwangerschaftdiabetes oder Präglamsin, also Schwangerschaftsvergiftungen führt lebenslänglich zu einem erhöhten Herz-Kreislaufrisiko.
00:16:24: Auch wenn diese Erkrankung sozusagen nach der Entbindung des Kindes erledigt ist und das wissen viele der Betroffenen gar nicht.
00:16:33: Das heißt man soll auf sein Körper hören, man soll wirklich genau hinhören und man soll jetzt aber auch wahrscheinlich Ja, Panik bekommen.
00:16:41: Das ist ja bestimmt auch nicht gut.
00:16:43: Nein, das ist nicht gut
00:16:44: genau.
00:16:45: Also nicht alles überinterpretieren aber trotzdem einfach wachsam sein.
00:16:48: und zu den Checkups.
00:16:49: Das es ja glaube ich einfach das Wichtigste ist dass man das einfach begreift.
00:16:53: Genau.
00:16:53: Das Präventiv
00:16:54: so viel.
00:16:55: Genau!
00:16:56: Und man darf eben nicht vergessen alle Untersuchungen die bei uns durchgeführt werden tun nicht weh dauern insgesamt nur eine halbe Stunde und haben keine Strahlenbelastung.
00:17:07: Also das heißt, es ist dann vielleicht ein lästiger Termin aber bestimmt nicht gefährlich oder schmerzhaft.
00:17:14: Und am Ende fühlt man sich ja auch gut weil man weiß dass alles okay ist.
00:17:20: Super vielen lieben Dank für diese Einblicke.
00:17:23: wir machen jetzt mal weiter mit Herrn Professor Doktor Jakob Letwoch.
00:17:27: Ja wir wollen heute darüber sprechen.
00:17:32: Jetzt haben wir darüber geredet, dass manches nicht so ernst nehmen.
00:17:35: Es gibt aber auch den anderen Part wo gerade in den letzten Jahren es sehr gestiegen ist das man sich sehr viel mit seiner Gesundheit beschäftigt.
00:17:43: Soviel dass man wirklich vielleicht auch diverse Werte trägt sei es durch Biohacking, Non-Chevity, Supplements.
00:17:51: Man möchte Ernährungsergänzungsmittel nehmen und man möchte immer genau wissen wie hoch der Ruhepuls ist usw.
00:18:00: Wir wollen heute mal darüber sprechen.
00:18:03: Ja, was sind die Mythen?
00:18:04: Was ist Wahrheit?
00:18:05: Was is wirklich wichtig?
00:18:07: und erstmal an Sie – was ist denn so eine Sache wo Sie immer sagen das triggert sie so ein bisschen wenn Sie das schon hören, wenn die Patienten das sagen?
00:18:15: Ja vor allem auf Social Media hat es ja eine extrem dynamische Entwicklung bekommen.
00:18:22: Das ganze Prävention sehr und noch mehr longevity Thema Und dort werden halt auch viele ja so coole ... und spektakuläre Trends propagiert, die halt Aufmerksamkeit erzeugen.
00:18:35: Die dann auch als echte Gamechanger dargestellt werden... ...und die Leute investieren dann Stunden für Icebald-Protokolle oder die Zusammenstellung ihres Morgensmoothies kennen aber ihrem Blutdruck nicht.
00:18:49: Und das ist aus kardäologischer Sicht natürlich interessant!
00:18:53: Sie haben es ja gerade schon gesagt, es ist ja Kältebeder oder ähnliches.
00:18:59: oder Fünfmal in der Woche, in die Sauna.
00:19:01: Und Longchevity für alle, die es nicht kennen ist so dieser Trend möglichst lange zu leben und möglichst lange gesund zu sein und dafür alles zu tun sich so zu ernähren verschiedene Werte im Körper zu messen und diese zu optimieren einfach so dass man ein langes Leben hat.
00:19:18: Sie haben gerade den Blutdruck angesprochen.
00:19:20: also jetzt kann man das alles machen sich um alles kümmern.
00:19:24: Aber wenn Sie haben gesagt, wenn man den Blutdruck nicht kennt dann ist es schwierig.
00:19:27: Warum ist denn das jetzt gerade so?
00:19:28: das wichtigste Maß dass man kennen sollte?
00:19:32: Also es ist einer der wichtigen Parameter.
00:19:36: Dazu gehört nicht nur der Blut druck sondern auch die Cholesterinwerte, der Langzeitzucker und genetische Faktoren.
00:19:44: also gab's irgendwie vermehrt Herz-Kreislauferkrankungen in der Familie Und da gibt es natürlich auch viele andere Faktor die wir noch nicht kennen oder zumindest nicht so einfach untersuchen können, die natürlich auch das Herzkreislaufrisiko erhöhen.
00:20:00: Und deswegen ist es neben diesen Risikofaktoren auch wichtig hin und wieder mal einen Checkup zu machen, zu schauen, funktioniert das Herz nochmal?
00:20:09: Gibt's Ablagerungen an den Gefäßen?
00:20:13: Ja, und das spielt eine extrem große Rolle.
00:20:16: was älter werden, gesund älTER werden angeht... Die anderen Faktoren, die etwas moderneren, die auch stärker in dieser Longevity-Szene drin sind.
00:20:29: Also sportliche Betätigung, gesunde Ernährung guter Schlaf.
00:20:36: Dies natürlich auch extrem wichtig.
00:20:38: aber viele der Trends insbesondere bei wenn es um Supplements geht, die spielen teilweise eine Schon eine Rolle, aber eine eher kleinere werden aber total überschätzt.
00:20:55: Also diese ein bisschen langweiligen Basics wie Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker haben einen viel größeren Einfluss auf unser Herzkreislaufsystem ... alt werden und auch gesund alt werden, als jetzt irgendwie die Mikrozusammensetzung von meinem Morgenshake.
00:21:15: Das klingt aber halt nicht so sexy!
00:21:17: Nee, das kommt jetzt nicht so gut an... Und so ein bisschen ist es ja auch, die Leute wollen ja auch... Ich verstehe das ja total, ich bin hier auch so... Die wollen ja irgendwo eine bisschen einfache Maßnahme rausgehen jeden Tag Sport machen immer wieder zum Arzt zu gehen, sich durchchecken zu lassen ist natürlich schon ein Aufwand und irgendwo bisschen unangenehm.
00:21:39: Und etwas was man jetzt nicht so gerne macht aber einfach mal einen Shake zusammenmixen und trinken und irgendwo daran zu glauben dass das bringt mich jetzt total vorwärts.
00:21:53: Das fällt den Leuten halt einfacher daran zu Glauben und deswegen wird es auch so ... wird es auch so stark angenommen.
00:22:01: Aber der Effekt davon ist halt etwas kleiner, dass das eine was von den Leuten ausgeht und das andere... ... ist schon ein bisschen die Marketingmaschine,... ...die hinter diesen Produkten steckt.
00:22:15: Wenn ich jetzt zum Arzt gehe oder wenn ich rausgehe zum Joggen oder aufs Rad, da ist natürlich kein Unternehmen dahinter,... ...dass jetzt eine Riesenkampagne dafür bereitstellt.
00:22:27: Aber gewisse Longevity-Produkte, die werden natürlich auch gerade auf Social Media sehr stark ins Rampenlicht gestellt und deswegen erfährt das halt aus dieser Richtung eine Dynamik.
00:22:42: Ja, was mir auffällt auch so eine Entwicklung in meinem Umkreis sind ja wirklich diese Biohacking-Geräte.
00:22:48: Also es gibt diesen Ringen den ganz viele Frauen tragen.
00:22:52: also ich habe bis jetzt nur bei Frauen gesehen tatsächlich der alles misst, also das Stresslevel, den Schlaf, den Zyklus und so weiter und sofort Und ich finde das total interessant.
00:23:04: aber gleichzeitig schreckt es mich persönlich ab weil ich hätte direkt wieder Druck.
00:23:09: Also das ist ja dann auch wieder die Care-Seite.
00:23:12: Das kann doch auch Stress auslösen.
00:23:13: oder, dass man sich immer so optimieren muss in jedem einzelnen Wert von sich selbst kennt?
00:23:18: Ja da gebe ich Ihnen recht!
00:23:21: Das ist eine negative Seite davon und deswegen sind diese Variables und verschiedene Trackinggeräte jetzt nicht für jeden was... Man muss da auch so ein bisschen der Typ sein.
00:23:34: Ich bin der totale Fan davon, weil ich mag es dann die eigene Leistung irgendwie in Zahlen zu sehen... ...ich bin ja auch wissenschaftlich getrieben und sehe dann okay wo gibt's vielleicht noch Schwachstellen?
00:23:47: Wo kann ich optimieren mich selber im Optimieren?
00:23:50: Und es ist für mich auch irgendwo so ein Motivationsfaktor.
00:23:56: wenn ich so einen Feedback bekomme von dem Ring oder einem anderen von der Smartwatch, dann ist das ein richtiger Antrieb in den Bereichen wo es vielleicht noch nicht so optimal ist da richtig Gas zu geben.
00:24:08: und ich glaube dass es auch einige gibt die da ähnlich gestrickt sind.
00:24:13: Für die jetzt eher das als Druck- und Stressempfinden denen würde ich das glaube ich nicht empfehlen weil das dann irgendwann auch kontraproduktiv ist.
00:24:23: Ich glaube auch, meine Feldstudie beim Umfeld sind die Menschen.
00:24:27: Die Zahlen auf ihn lieben das und Leute, die eher so ein bisschen in die kreativere Richtung gehen, finden es ganz furchtbar uns sagen.
00:24:35: Stresst mich jetzt nicht!
00:24:36: Die Uhr sagt schon wieder was.
00:24:37: oder?
00:24:37: oh nein ich habe jetzt die letzten drei Nächte so schlecht geschlafen mit meiner Gesundheit ganz schlecht und so.
00:24:42: also wie sie sagen ich glaub totale Typfrage
00:24:44: Ja, und sie haben mich vorhin gefragt was mich triggert.
00:24:47: Und jetzt haben Sie das den Begriff Energieleve glaube ich genannt bei den Devices.
00:24:54: Das triggerte nicht auch so ein bisschen weil das geht dann schon wieder so'n bisschen in so eine Marketing Richtung und es soll cool klingen wie schafft denn dieser Ring oder egal welches Variable Parameter wie Tagesform oder Energielevel zu messen.
00:25:21: Also was sagt dieser Wert aus?
00:25:24: Der klingt zwar schön und ich kann vielleicht oft die Schnelle damit anfangen, aber was im Kern sagt der Wert aus und welchen Einfluss hat das überhaupt auf unsere Herzkreislaufgesundheit?
00:25:36: Das ist ja überhaupt nicht wissenschaftlich belegt, wie relevant diese Parameter sind.
00:25:42: Klingt zwar cool Aber das ist total ungewiss, was die eigentlich aussagen.
00:25:48: Viel wichtiger sind die vielleicht wieder etwas langweiligen Werte, die die Variables messen also Ruhepuls.
00:25:56: Vielleicht hier und da auch Sauerstoffsättigung Hier und Da wo es Sinn macht, die, die das können ein EKG Und was schon sehr wichtig ist Die tägliche Schrittzahl.
00:26:09: Was würden Sie da empfehlen, sind das die Zehntausende?
00:26:11: Da habe ich nämlich auch gelesen, dass es nur ein Marketing-Trick war und eigentlich schon siebentausend reichen.
00:26:15: Ja!
00:26:17: In der Tat ist es... Das geht ewig zurück, dass diese Zehnteusenden in den Fokus geraten sind.
00:26:26: Das war vor dreißigvierzig Jahren so eine Marketingkampagne.
00:26:32: Man sieht tatsächlich die größten Effekte bis sieben Tausendschritte.
00:26:38: Natürlich ist mehr immer besser, aber die positiven Effekte flachen dann so ein bisschen ab.
00:26:45: Also jenseits von sieben tausend ist schon noch ein bisschen positiver, aber nicht mehr so stark.
00:26:52: also wenn man sieben Tausendschritte am Tag schafft, dann hat man den Großteil des positiven Einflusses der Bewegung eigentlich geschafft.
00:27:03: Sehr gut!
00:27:04: Und was Sie gerade auch noch gesagt haben mit dem Energielevel, es gibt ja Faktoren die werden gar nicht gemessen zum Beispiel das Zwischenmenschliche.
00:27:11: also wenn ich mit einer Person rede, die ich sehr gerne habe und die ich lange nicht gesehen hab und sie schenkt mir Energie oder mit einer Personspreche die mir wahnsinnig viel Energie zieht.
00:27:20: Also es gibt's ja auch.
00:27:21: Es geht ja nicht nur ob man gut geschlafen hat sondern auch die Lebensqualität an sich Oder ob man vielleicht sich besonders freut, weil man was Gutes gegessen hat oder solche Sachen.
00:27:31: Die spinnen da ja gar nicht mit rein.
00:27:33: Auch eine sehr spannende Richtung in der sie schon unterwegs waren ist die Telemedizin.
00:27:37: Also Medizin wenn man den Patienten jetzt gar nicht hier vor Ort hat sondern über Video- oder andere Devices eben sieht.
00:27:46: Vielleicht können Sie da mal so ein bisschen erklären wie sie dahin gekommen sind und was vielleicht Telemedizinen wirklich genau ist.
00:27:54: für den Lein, der das Wort noch nicht kennt?
00:27:56: Mhm.
00:27:56: Ich habe es ja schon gesagt, ich bin großer Fan von von vitalen Entwicklungen in der Medizin weil ich glaube da ist... Da steckt so viel Potenzial darin unsere Versorgung für die Patienten deutlich zu verbessern und Telemedizinspieler eine große Rolle?
00:28:13: Was ist es also?
00:28:14: im Grunde genommen ist es eine Medizin, die wir aus der Ferne für die Patientinnen bieten können.
00:28:23: Ferne bedeutet gleichso irgendwie Distanz, aber das ist eben nicht.
00:28:29: Also eigentlich reduziert es die Distanz zwischen mir und meinem Patienten weil ich auf einem sehr einfachen und direkten Weg mit ihm in Kontakt treten kann und viel schneller auf seine Symptome oder Probleme reagieren kann.
00:28:45: also Telemedizin kann erstaunlich viel Aber ganz wichtig.
00:28:50: sie ersetzt nicht den Arztkontakt sondern erweitert ihn.
00:28:55: Und bei welchen Erkrankungen ist es besonders hilfreich?
00:28:58: Also zum Beispiel bei Herz-Rhythmusstörungen, die können wir teilweise in Echtzeit erkennen.
00:29:03: Direkt vermittelt über die Variables also Smartwatch oder Smartphone oder Blutdruck oder Gewichtstrenz können wir damit verfolgen.
00:29:13: das spielt vor allem bei Patienten mit Herzschwäche eine große Rolle.
00:29:18: aber man muss betonen was Telemedizin nicht kann ist den Patienten vollständig durch den Bildschirm zu beurteilen.
00:29:27: Also ein Herzultraschall oder das ärztliche Gesamtgefühl lassen sich digital einfach nicht ersetzen.
00:29:36: Die größte Stärke liegt deshalb nicht im Entweder-oder, sondern eben aus der Kombination von persönlicher Medizin und eben der digitalen Begleitung.
00:29:48: Persönliche Untersuchung ist unverzichtbar, aber bei manchen Sachen kann es schon extreme Fortschritte geben.
00:29:57: Und gerade diese Kombination bringt dann diese große Weiterentwicklung in der medizinischen Versorgung?
00:30:05: Das heißt wenn jetzt auch jemand kommt mit einem Screenshot und sagt so das sind meine Werte von den letzten Wochen, das habt meine Uhr getrackt, dann ist es für sie nicht schlimm!
00:30:14: Dann freut sie das vielleicht sogar?
00:30:15: Das freut mich eher.
00:30:16: Weil es zeigt mir, dass der Mensch, der vor mir ist sich mit seiner Gesundheit auseinandersetzt.
00:30:26: und wenn die Leute so ein bisschen diese Einstellungen haben dann kann man mit denen viel leichter Behandlungen durchgehen positive Veränderungen in ihrem Lebensstil besprechen.
00:30:39: Die sind dann einfach so ein bisschen aufgeschlossener, ihre Gesundheit aktiv und positiv zu beeinflussen.
00:30:46: Zeigt aber auch dass sie aufgeschlossen sind weil es gibt schon Ärzte die finden das gar nicht toll wenn man damit selber treckt und kommt und sagt
00:30:53: hier...
00:30:54: Aber ist es auch immer eine Ansichtssache?
00:30:57: Ja, total.
00:30:57: Aber die Frau Dr.
00:30:59: Schneider hat ja anfangs gesagt wir sind ja eine moderne Kardiologie und deswegen macht es uns eher Freude wenn Menschen mit solchen vielleicht eher moderneren Einstellungen und Maßnahmen zu uns kommen.
00:31:13: Deswegen screenshot von einer Gesundheitsapp ist für mich für uns hier gern gesehen.
00:31:17: Sehr schön!
00:31:19: Dann würde ich gerne ein kleines Spiel spielen und ein paar Social Media-Mythen einordnen lassen.
00:31:25: Ja, vielleicht können Sie einfach mal sagen ist richtig, is falsch so nicht so schon?
00:31:30: Wir fangen mal an.
00:31:31: Cholesterine ist gar nicht das Problem, dass es nur Farmermarketing...
00:31:35: Nein!
00:31:37: Das ist ganz falsch, Cholsterine ist ein großes Problem.
00:31:40: oder gab's unzählige Studien?
00:31:42: wahrscheinlich gibt es keinen Bereich in der Herz-Kreislaufmedizin, der so gut untersucht ist wie der Zusammenhang zwischen Cholesterin und dem Herzkreislaufrisiko.
00:31:53: Was
00:31:53: kann man am besten machen was Sie jetzt sagen würden um auf das Cholestorin zu achten?
00:31:58: Unbedingt also.
00:31:58: der erste Schritt ist den Wert zu kennen.
00:32:02: viele kennen den nicht und dann muss man denen in Abhängigkeit von seinem gesamten Risiko auch wenn er erhöht ist gut einstellen Aber nicht blind, sondern deswegen ist auch der Besuch beim Kardiologen so wichtig.
00:32:17: Es geht dann um andere Dinge wie wie es der Blutdruck, wie ist der Blutzucker?
00:32:23: Gibt es früher Gefäßveränderungen schon?
00:32:25: und dann muss man dann individuell an die Situation des Menschen das Cholesterin reduzieren aber nicht pauschal einfach nur runter.
00:32:33: Okay!
00:32:34: Zweiter Punkt wenn ich schlank bin und Sport mache brauche ich meinen Blut druck nicht zu messen.
00:32:38: ... muss ich aus eigener Erfahrung sprechen.
00:32:43: Also, ich bin ungefähr ... ... eins, acht und siebzig ... ... und wiege ungefähr seventy-vier Kilo... ... und treibe ungefähr dreimal die Woche Sport ... ... Und fühle mich total fit und gesund.
00:32:56: Was glauben Sie?
00:32:56: was mein Blutdruck ist?
00:32:58: Der ist zu hoch!
00:33:02: Ja also tatsächlich das wurde bei mir relativ früh entdeckt mit Mitte zwanzig.
00:33:06: Ich habe ja Medizin studiert und dann haben wir im Studium auch logischerweise immer wieder mal Blutdruck gemessen und der war halt echt immer zu hoch.
00:33:14: Warum kann man also...
00:33:15: Manche trifft es halt früher, das hat auch genetische Ursachen und ich musste dann halt ziemlich frühe Medikamente nehmen.
00:33:22: Das ist überhaupt nicht schlimm weil die sind total gut verträglich heutzutage.
00:33:26: mein Blut druck ist jetzt super aber wenn ich damals das nicht durch das medizinstudium gemessen hätte und wenn er jetzt gut eingestellt wäre, dann hätte ich vielleicht jetzt mehr gesundheitliche Probleme als wenn das nicht der Fall gewesen wäre.
00:33:42: Das heißt der Mythos stimmt nicht?
00:33:44: Nein auf keinen Fall.
00:33:45: auch fitte schlanke sich gut fühlende Menschen können Herz-Kreisler Verkrankungen haben.
00:33:53: deswegen ist es so wichtig immer wieder mal Checkups durchzuführen um irgendwelche vorborgenden Risiken aufzudecken.
00:34:01: Sehr gut!
00:34:01: Dann zum dritten Punkt.
00:34:02: ein hoher Ruhepuls ist egal solange man sich fit fühlt.
00:34:06: Ja, das stimmt auch nicht so ganz.
00:34:08: Also manchmal steckt da schon was dahinter Schilddrüsen-Überfunktionen zu hohes Stresslevel Da gibt es auch einige Hormone die vielleicht ein bisschen aus der Reihe gekommen sind.
00:34:21: Das muss man auch untersuchen lassen.
00:34:24: Und das letzte einmal im Jahr ein großes Blutbild reicht als Gesundheitscheck?
00:34:29: Nee, das würde ich sagen reicht nicht.
00:34:31: also mit Blutwerten kann man zwar einige Dinge messen Aber es gibt ja auch viele Risikofaktoren, die nicht im Blut drinstecken.
00:34:38: Zum Beispiel Blutdruck, EKG-Veränderungen, Gefäßveränderung, die man im Ultraschall sieht, die Man halt erst in einer etwas genaueren Untersuchung beim Kardiologen feststellt.
00:34:49: Okay wunderbar!
00:34:50: Vielen lieben Dank für die Einordnung.
00:34:52: wir kommen jetzt schon zum Schluss.
00:34:54: da würde ich gerne noch mal ein bisschen allgemeiner reingehen.
00:34:57: Gerne mit Ihnen Frau Dr.
00:34:58: Schneider.
00:35:00: Herzgesundheit klingt oft nach so vielen Regeln und wenn Sie es jetzt positiver formulieren könnten, was bedeutet dann Herzgesuntheit im Leben eigentlich?
00:35:09: Ja da haben sie vollkommen recht.
00:35:13: Ganz so streng ist das am Ende doch alles nicht.
00:35:16: also ein herzgesundes leben bedeutet nicht nur verzicht sondern sich möglichst lange körperlich und mental fit zu fühlen.
00:35:24: Und das lässt sich mit einem gesunden Lebensstil und regnelmäßigen Kontrollen beim Kardiologen meistens relativ leicht erreichen.
00:35:33: Und Sie vielleicht noch, Herr Prof.
00:35:35: Dr.
00:35:35: Letwoch einen letzten Satz?
00:35:37: Was würden sie sich wünschen für alle Menschen die sagen, sie sind doch so unsicher auf Sitzung Kardiologen gehen sollen?
00:35:43: Ach einfach mal hingehen!
00:35:45: Ich glaube bei uns ist es ganz nett und viele andere Kardiologe machen das auch super.
00:35:50: So ein Checkup geht relativ schnell, tut nicht weh und dann weiß man woran man ist.
00:35:56: Und kann verdeckte Risiken wenn sie früh entdeckt werden sehr leicht behandeln und dann hat man eine hohe Wahrscheinlichkeit dass man fit bleibt das man alt wird und dass man auch lange gesund bleibt.
00:36:10: Super, vielen lieben Dank für die tollen Einblicke und dass sie ja vielleicht auch den Zuhörern und Zuhörerinnen so ein bisschen die Angst vom Kardiologen genommen haben.
00:36:19: Also ich finde es jetzt gar nicht mehr schlimm!
00:36:21: Ich könnte mir vorstellen ab vierzig zum Check-up zu kommen.
00:36:24: also vielen liebendank.
00:36:26: Vielen dank Ihnen für Ihren Besuch.
00:36:28: das hat uns sehr gefreut
00:36:30: Tschüss.
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